Remisvereinbarung

Da die Regeln im Schach immer wieder Fragen aufwerfen, können sie hier gestellt werden.
Regelkundige helfen dann die Antwort zu finden.

Remisvereinbarung

Beitragvon Georg Heinze » 25. Jun 2011, 10:10

Auf der Startseite zum RAMADA in Magdeburg:
http://www.ramada-cup.de/magdeburg/

ist folgender Sachverhalt geschildert:
Einige Stunden davor war es zu einem interessanten Fall gekommen, als Hauptschiedsrichter Egmont Poenisch eine Partie mit "Null zu Null" werten musste. Beide Spieler hatten sich schon vor der Partie auf Remis geeignet, ohne dann aber auch nur einen einzigen Halbzug gespielt zu haben. Auch wiesen beide Partieformulare keinerlei Spuren eines eröffnenden Zuges aus, so dass eben kein anderes Ergebnis als 0-0 möglich war. So etwas in dieser Art war erst ein einziges Mal in der Geschichte dieses Turniers geschehen, nämlich vor zehn Jahren in einer der ersten Runden, wie sich die älteren Mitglieder der Organisationskomitees noch zu erinnern vermochten.


Wobei die Partie (Gruppe B, 4.Runde) allerdings mit - : - gewertet wurde.
Eine nicht gespielte Partie würde ansonsten DWZ-gewertet, was nicht zulässig ist.
Im konkreten Fall hat damit der DWZ-bessere Spieler zwar einen halben Punkt "verloren", aber eben keine DWZ-Punkte.
G.H.
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Re: Remisvereinbarung

Beitragvon Georg Heinze » 25. Jun 2011, 21:19

Inzwischen wurde auf meine Intervention hin das Ergebnis auch im Text auf - : - geändert
G.H.
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Re: Remisvereinbarung

Beitragvon lutz » 9. Jul 2011, 02:23

So etwas in dieser Art war erst ein einziges Mal in der Geschichte dieses Turniers geschehen, nämlich vor zehn Jahren in einer der ersten Runden, wie sich die älteren Mitglieder der Organisationskomitees noch zu erinnern vermochten.


Stimmt nicht! Als ich 2004/2005 am Ramada teilnahm, hatten sich in der 5. und letzten Runde die zwei Führenden vor Spielbeginn auf Remis geeinigt und erschienen nicht am Brett, sondern meldeten als Ergebnis ein Remis. (das Remis hätten beiden Spielern zur Finalteilnahme gereicht). Daraufhin wurde beide Spieler genullt (also - : - ) und nur für einen Spieler rechte es noch zur Finalteilnahme. Selbst live erlebt! Erst dadurch habe ich gelernt, dass die Spieler am Brett erscheinen müssen, dann ein Zug ausgeführt werden muss und dann kann in diesem Moment von Weiß Remis angeboten werden. Wenn Schwarz Remis anbieten will, muss er erst seinen ersten Zug ausführen und kann dann Remis anbieten.
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Re: Remisvereinbarung

Beitragvon Georg Heinze » 9. Jul 2011, 07:58

Erst dadurch habe ich gelernt, dass die Spieler am Brett erscheinen müssen, dann ein Zug ausgeführt werden muss und dann kann in diesem Moment von Weiß Remis angeboten werden.

Wobei noch hinzugefügt werden muss, dass in der Ausschreibung z.B. eine Remisvereinbarung vor dem 30, Zug unzulässig ist, es sei denn, der SR stimmt zu. Das gilt dann für Dauerschach, kein Gewinnmaterial usw.
G.H.
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Beitragvon peter-posto » 9. Jul 2011, 10:30

gilt das auch für zugwiederholungen:
sf3 - sc6 -- sg1 - sb8 -- sf3 - sc6 usw.??
:clever: :ja:
günter
keine gewinnerzielungsabsicht!
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Re: Remisvereinbarung

Beitragvon Georg Heinze » 9. Jul 2011, 14:51

Ich denke, ein SR mit einem gewissen Feingefühl weiß was er da zu machen hat.
G.H.
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Beitragvon peter-posto » 10. Jul 2011, 09:27

mit feingefühl alles klar, aber ohne?: :hmm
bei e4 und remis kann er sagen weiterspielen (30-Züge-Regel).
aber bei zugwiederholung: wäre es da nicht denkbar dass einer auf die idee kommt und sagt:
das ist nicht "schachspielen" (wie ohne zug) folglich null?? :bockig_1:

die frage ist, kann der spieler verlangen dass remis gegeben wird. wenn eine andere auslegung möglich ist laufen doch beide spieler wiederum in eine nichtwertung rein!=?

günter
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Re: Remisvereinbarung

Beitragvon Georg Heinze » 10. Jul 2011, 10:04

Günter, es ist müßig, darüber zu spekulieren, was ein SR macht (machen kann).
Wenn nach der Ausschreibung vor dem 30.Zug keine Remisvereinbarung zulässig ist, wird er darauf pochen. Spieler, die trotzdem ein remis wollen, werden nicht zu der von dir genannten Variante greifen, sondern z.B. auf die Sweschnikov-Variante zwischen Petrosjan und Keres, die im 18.Zug mit Dauerschach endete. Nur mal so als Beispiel. Ansonsten ist der SR Herr darüber, ob er sich die von dir genannte Vorgehensweise gefallen lässt oder nicht. Auf jeden Fall entscheidet nicht ein Spieler, ob remis oder nicht, sondern eben der SR.
Das Thema hat aber weniger mit Regelauslegung zu tun, sondern würde auf das Thema "Rechte und Pflichten eines SR" hinauslaufen.
G.H.
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Beitragvon peter-posto » 10. Jul 2011, 12:22

georg, ich spekuliere nicht sondern nehme fälle die schon realität waren. beim ramada-cup wurde auch schon "genullt", aber es geht nicht um die fälle.
5. runde ramada es geht um nichts mehr! ich weisst dass die günstigste heimfahrt (aus kassel oder wiesbaden) um 13:00 Uhr wäre; dem gegner geht es ungefähr genau so. hatten beide kein interesse an der siegerehrung. nun kommt die frage auf (damals zwar noch nicht):
wie machen die beiden spieler dem schiedsrichter klar dass ein schnelles remis wünschenswert wäre und beide keine "nullrunde" einfahren. da man erst zwischen 8 und 10 Uhr abends am vortage den stand nach der vierten runde und seinen gegner erfährst kannst man am samstag abend wenig steuern. [mein gegner wäre am samstag noch abgereist. ich selbst ließ mich abholen; schaden am auto über 4.000 euro. mein freund fuhr auch anstatt zu übernachten nicht mit dem zug. (auffahrunfall - unschuldig, geblitzt -schuldig, zeitverlust 2 Tage - ersatzwagen und vier stunden zu spät zu hause gewesen)]. das sind die eigentlichen gründe warum ich "remis - schieben" möchte; und nun hat man den schiedsrichter zu fragen wie "schieben wir korrekt remis"!
günter
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Re: Remisvereinbarung

Beitragvon Georg Heinze » 10. Jul 2011, 13:24

Das wird aber nun sehr konkret! :hups:
Allgemein Gültiges kann man da schlecht sagen, das kommt eben wirklich darauf an, was man noch erreichen will und ob es sich lohnt, dafür zu kämpfen.
Es gibt z.B. die Französische Abtauschvariante. Spielt man die als Weißer, dann ist das wie ein unausgesprochenes Remisangebot. Natürlich muss der Gegner das nicht annehmen, erst recht nicht, wenn die vorgeschriebene Zügezahl nicht erreicht ist. Dann muss man noch ein wenig manövrieren und darf dabei aber keinen Fehler machen.
Wenn der Gegner und ich jeweils 2 aus 2 haben und man verpasst die Karenzzeit von 15 Minuten, passiert auch nicht viel. Man bleibt bei 2 Punkten, der Gegner hat dann zwar 3 Punkte, aber für die DWZ-Wertung zählen auch nur 2.
Allerdings sollte man es sich vorher überlegen, so ein Turnier überhaupt zu spielen, wenn ich irgendwelche Zeitprobleme habe. Schließlich sollten alle Punkte wirklich espielt werden und nicht -wie auch immer- "geschoben" werden.
G.H.
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